Suchtberatung in Frankfurt

Was ist Suchtberatung?

Suchtberatung ist ein Angebot für Menschen, die ihren Alkohol-, Medikamenten- und Drogenkonsum verändern möchten oder sollen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Verhaltenssüchte, sowie die Beratung von Angehörigen, Freunden, Kolleg*innen, Betrieben und kollegialer Beratung von Mitarbeitenden anderer Einrichtungen. Die Suchtberatung kann in Beratungsstellen, Kontaktläden oder auch aufsuchend stattfinden. Weitere Angebote sind telefonische und Online-Beratungsformen. Die innovative Beratung von Rauchmelder erweitert die Möglichkeiten der persönlichen Beratung mit den Vorteilen der Online-Beratung mit Apps.

Die Berater*innen gehen einfühlsam auf ihre Ängste und Sorgen ein und unterstützen Sie dabei, Lösungen für ihre Probleme erarbeiten und in begleitende wie auch weiterführende Angebot zu vermitteln. Die Gespräche, egal ob selbst Betroffene*r oder Angehörige*r sind selbstverständlich vertraulich und durch die Verschwiegenheitspflicht gesetzlich geschützt. In der Beratung werden Sie von Fachkräften betreut. In einigen Fällen der Online-, Telefon- und Peer-Beratung sowie in der Selbsthilfe übernehmen Ehrenamtliche diese Aufgabe. Die Beratung ist kostenlos.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Hilfe bei Sucht und Abhängigkeit: Unterschiede der Suchthilfe

 

 

Hilfe bei Sucht und Abhängigkeit: Unterschiede der Suchthilfe

Welche Hilfe ist die richtige?

Das Angebot der Suchthilfe ist in Großstädten wie Frankfurt am Main vielfältig. Aber auch die meisten mittel großen Städten verfügen über ein Beratungsangebot. Regional übergreifend, arbeiten Telefon- und Onlineberatungen. An welche Stelle soll ich mich also wenden? Auf der Suche nach größtmöglicher Anonymität bieten mir die Online-Angebote sowie telefonische Beratung eine niedrige Schwelle zur Kontaktaufnahme und eine große Distanz zur beratenden Person. Allerdings können diese Beratungsformen nicht die gleiche Intensität wie die persönliche Beratung bieten. Neuere Beratungsangebote nutzen deshalb als sogenanntes Blended Councelling die Vorteile beider Beratungsformen. Hilfesuchende können so zusätzlich Onlineberatung in der Kontaktaufnahme oder Prozessbegleitung nutzen. Im Angebot von Rauchmelder begleitet eine App den Zeitraum zwischen den Beratungsgesprächen zur individuellen Auseinandersetzung mit dem Konsum.

Die Entscheidung, welches Angebot der Suchthilfe das passende ist, kann durch die weiteren Angebote in Einrichtungen beeinflusst werden:

- Schuldnerberatung

- Rechtsberatung

- ambulante Therapie

- Substitution

- Selbsthilfegruppen

- Freizeitangebote

- Arbeitsprojekte

- Versorgung mit Wohnraum

- usw.

 

Ablauf der Suchtberatung

Fragen, die Sie sich vielleicht stellen bevor Sie mit einer Suchtberatung in Kontakt aufnehmen: Was erwartet mich? Wie sind die Abläufe? Oder: Was ist Drogenberatung überhaupt?

Der erste und einer der schwierigsten Schritte zur Suchtberatung ist immer die Kontaktaufnahme. Die gebotenen Möglichkeiten sind dabei so vielfältig wie die Angebote: Telefon, SMS, E-Mail, offene Sprechstunde, Informationstermine, Ansprache im Streetwork sowie Socialmedia und Messenger.

Das erste Gespräch dient in der Regel um Klärung der (Problem-)Lage, der Weitergabe von wichtigen Informationen und Adressen und um herauszufinden, ob ich mich dort auf den Beratungsprozess einlassen kann. Sie werden aber auch mit Ihren Sorgen und Ängsten wahrgenommen und werden als Angehörige*r wahrscheinlich etwas beruhigter die Beratung verlassen. Bei Bedarf werden weitere Termine oder Gespräche vereinbart.

Wenn Ihr Anliegen noch nicht geklärt werden konnte und sich in der Beratungsform wohl gefühlt haben, werden Sie nach der Kontaktaufnahme mit der beratenden Person weitere Gespräche vereinbaren. Die Dauer des Beratungsprozesses in der Suchtberatung ist dabei so individuell wie unterschiedlich jeder Mensch und jedes Anliegen ist. Sie werden in dem Prozess bei Bedarf dabei unterstützt werden, gemeinsam Folgendes zu bearbeiten:

  • Definition eines klaren Auftrags

  • Was sind meine Ziele

  • Unterstützung im Umgang mit Behörden, Arbeitgeber, Schule, Versicherungen usw.

  • Klärung der Wohnsituation

  • Klärung der finanziellen Situation und bei vorhandenen Schulden

  • Entwicklung einer alternativen Freizeitgestaltung

  • Entwicklung einer beruflichen Perspektive

  • Information, Beantragung einer Finanzierung und Vermittlung in weitere Möglichkeiten der Beratung und Behandlungsangebote

  • Vorbereitung und Nachsorge auf weitere Behandlungsangebote (wie Entgiftung oder Therapie)

 

Kosten der Beratung

Die Angebote der Suchthilfe werden durch öffentliche Mittel, Spenden und Versicherungen wie den Krankenkassen und Rentenversicherungen finanziert. Für die Beratung fallen für Hilfesuchende keine Kosten an.

Berufe in den Suchtberatungsstellen

In den Beratungsstellen und anderen Angeboten der Suchthilfe arbeiten Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Pädagog*innen, Psycholog*innen sowie Mediziner*innen und medizinisches Personal. In vielen Fällen haben diese eine zusätzliche Ausbildungen in Methoden der Beratung und therapeutische Zusatzqualifikationen. Wenn zum Beispiel in einer Beratungsstelle ambulante Therapie angeboten wird, arbeiten dort Suchtberater*innen mit entsprechender therapeutischer Qualifikation. Im verschiedenen telefonischen, Online- und Peerberatungen sind Studierende und ehrenamtliche Berater*innen im Einsatz. Außerdem wird der Bereich der Selbsthilfe in der Suchtberatung nur in einigen Fällen durch eine Fachkraft begleitet. In diesem Fall wird von angeleiteten Selbsthilfegruppe gesprochen.

Berater aussuchen oder Beraterwechsel?

Suchtberatungsstellen bieten häufig die Auswahl, ob die Beratung von einem Mann oder einer Frau durchgeführt werden soll. Des Weiteren ist eine gute Idee, zu fragen, ob spezialisierte Angebote für Ihr Anliegen vorhanden sind. Das kann von Substanz- über geschlechtsspezifischer Beratung bis zu der Beratung in einer bestimmten Sprache reichen. Gegebenenfalls schränkt das die Auswahl wieder ein.

Der Wechsel der beratenden Person ist in der Regel intern in der Beratungsstelle möglich, manchmal bietet sich auch der Beratungsstellenwechsel an. Wichtig ist immer bevor der Verlust des Vertrauens die weitere Beratung unmöglich macht, eine Rückmeldung zu geben, dass Sie sich zum Beispiel nicht mehr aufgehoben fühlst oder Du das Gefühl hast, dass ihr bei Inhalten und Ideen aneinander vorbeiredet

Schweigepflicht und Anonymität

Die professionelle Beratung bietet Dir einen gesetzlich geschützten Rahmen, der regelt ob und welche Institutionen von den Gesprächen oder deren Inhalte erfahren dürfen: Es erfolgt keine Weitergabe von Informationen und Inhalten der Gespräche ohne dein Einverständnis, auch nicht wenn eine Auflage zur Beratung vorliegt. Nur das Vorliegen einer Schweigepflichtsentbindung berechtigt zur Information. Dies schließt ab dem Alter von ca. 15 Jahren (dem Erreichen einer Einsichtsfähigkeit als Voraussetzung) auch Familienangehörige, wie zum Beispiel Eltern oder Partner*in mit ein. Die Schweigepflicht gilt unter anderem gegenüber:

  • Familie

  • Schule

  • Polizei

  • Staatsanwaltschaft

  • Gerichten

  • Behörden wie Jobcenter

  • Arbeitgeber

  • Medien

Nach dem Strafgesetzbuch (StGB) § 203 Verletzung von Privatgeheimnissen kann die unbefugte Weitergabe mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr, sowie mit zivil- und berufsrechtlichen Konsequenzen bestraft werden. Ausnahmen dieser Regelungen bedürfen schwerwiegenden Gründen.

Darüber hinaus schützt das Zeugnisverweigerungsrecht (nach StPO § 53 Zeugnisverweigerungsrecht der Berufsgeheimnisträger) die Inhalte der Beratung vor der Pflicht zu Aussagen gegenüber Ermittlungsbehörden und vor Gericht.

 

Suchtberatung in der Nähe finden

Die Beratungsstellen in Frankfurt sind in Angebote für legale Drogen (Alkohol, Medikamente) und Verhaltenssüchte sowie Angebote für illegale Substanzen unterteilt. Darüber hinaus finden sich Angebote in unterschiedlichen Stadtteilen. Einige Beratungen sind im gesamten Stadtbereich tätig.

So bietet der Verein Basis – Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V. mit dem Projekt Rauchmelder.Beratung.App.Community eine mit einer App erweiterte Suchtberatung an. Im Drogennotruf bekommen Hilfesuchende telefonische Beratung. Eltern können sich telefonisch und im Chat sowie per E-Mail beraten lassen.

Die Beratungsstelle CLAIRE bietet spezielle Angebote für Frauen:

CALLA e. V.
Mörfelder Landstraße 6-8
60594 Frankfurt am Main

 

Alkohol, Medikamente oder Spielsucht- Suchtberatungsstellen in Frankfurt am Main

Die folgenden Beratungsstellen bieten Unterstützung bezogen auf Alkohol, Medikamente, Glücksspiel und andere Verhaltenssüchte:

Blaues Kreuz Diakoniewerk mGmbH
Beratungsstelle Bornheim
Borsigallee 19
60388 Frankfurt am Main

Evangelische Suchtberatung
Wolfsgangstraße 109
60322 Frankfurt am Main

Evangelische Suchtberatung Stadtteil Höchst
Evangelisches Zentrum für Beratung in Höchst
Leverkuser Straße 7
65929 Frankfurt am Main

Caritas-Fachambulanz für Suchtkranke
Caritasverband Frankfurt e.V.
Alte Mainzer Gasse 10
60311 Frankfurt am Main

Fachstelle Sucht-Prävention und Therapie
Metzlerstraße 34
60594 Frankfurt am Main

 

Drogen - Suchtberatungsstellen in Frankfurt am Main

Die Jugend- und Drogenberatungsstellen bieten in Frankfurt Beratungsangebote bei illegalen Drogen in den verschiedenen Stadtteilen:

Innenstadt, Altstadt, Sachsenhausen, Oberrad, Niederrad, Goldstein, Schwanheim, Flughafen

Jugendberatung und Suchthilfe Sachsenhausen
Jugendberatung und Jugendhilfe e.V.
Eschenbachstraße 29
60596 Frankfurt am Main

Bornheim, Nordend, Ostend, Seckbach, Riederwald, Bergen-Enkheim und Fechenheim

Jugendberatung und Suchthilfe am Merianplatz
Jugendberatung und Jugendhilfe e.V.
Musikantenweg 39
60316 Frankfurt am Main

Bonames, Berkersheim, Dornbusch, Eckenheim, Eschersheim, Frankfurter Berg, Ginnheim, Harheim, Hausen, Heddernheim, Kalbach, Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Niederursel, Preungesheim und Praunheim

Drop in - Fachstelle Nord für Suchtfragen
Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae)
Eschersheimer Landstraße 599
60433 Frankfurt am Main

Gallus, Gutleut, Griesheim, Höchst, Nied, Rödelheim, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach, Zeilsheim

Jugend- und Drogenberatung Höchst
Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae)
Melchiorstraße 10
65929 Frankfurt am Main